Kunst

Carl Schuch: Toter Fuchs, 1882 oder 1883, Öl auf Leinwand, 69,5 x 93 cm, Nationalgalerie. © bpk I Staatliche Museen zu Berlin. Fotoquelle: Städel Museum

Carl Schuch und Frankreich

Auf der Suche nach der perfekten Farbgebung: Der Österreicher Carl Schuch bereiste Ende des 19. Jahrhunderts halb Europa, um die ideale Malweise zwischen Realismus und Impressionismus zu finden. Dem Meister der Landschaften und Stillleben widmet das Städel Museum eine glänzende Werkschau. Elke Linda Buchholz hat sie gesehen und berichtet darüber in kunst+film

Zu gut für eine Frau.
Die Malerin Anna Dorothea Therbusch

von Elke Linda Buchholz

Die Augen der Malerin folgen einem auf Schritt und Tritt im Raum: ein Künstlertrick, den viele beherrschten; die klassischen Porträtgalerien sind voll davon. Aber Anna Dorothea Therbusch setzt noch eins drauf. Ein kreisrundes Einglas hängt an einem schwarzen Nieten-Lederband vom duftigen Kopftuch vor ihrem Auge herab. Es schärft ihren Blick und fokussiert. Das aufmerksame Künstlerinnenauge wird zum Mittelpunkt der Bildinszenierung. Im Zeitalter der Aufklärung ist diese uneitel dokumentierte Sehhilfe Programm: Nachweis eines glaubwürdigen Strebens nach Wahrheit. Dicke Folianten am Boden betonen die Intellektualität der Dargestellten. Ihr silbriger Rock schillert als Bravourstück lässig-lockerer Peinture. Anna Dorothea Therbuschs lebensgroße Selbstdarstellung in der Gemäldegalerie nimmt einen Ehrenplatz zwischen Antoine Pesne und Anton Graff, dem älteren und dem jüngeren Kollegen ein. Im Highlightkatalog firmiert das Gemälde als „eines der bedeutendsten Künstlerselbstbildnisse des 18. Jahrhunderts“. Weiterlesen

Verkehr in Berlin Mitte mit Schild "Baustellenausfahrt", 2022

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